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Die Energiewende ist da!

Fossile Energieträger sind endlich. Investitionen in nachhaltige und erneuerbare Energien sind zwingend notwendig, um die hohen gesellschaftlichen und politischen Ziele der Energiewende verwirklichen zu können.

Wie die „Energiewende“ auf die Agenda kam

Der Ursprung der „Energiewende“ liegt in den 1970er Jahren. Vor dem Hintergrund der Ölkrise und der allgemein zunehmend wahrnehmbaren negativen Auswirkungen fossiler Energieträger auf die Umwelt wurden in Wissenschaft und Gesellschaft Lösungen diskutiert, um diesen Problemen begegnen zu können. Die Erkenntnis über die Endlichkeit fossiler Ressourcen sowie der unmittelbaren und langfristigen Risiken der Kernenergie führten zu einer nachhaltigen und politischen Bewegung hin zu erneuerbaren Energien.

Massiver Ausbau erneuerbarer Energieträger

In der letzten Dekade erlebte der Ausbau erneuerbarer Energien weltweit einen regelrechten Boom. In der Forschung und in der Politik entwickelte sich die „Energiewende“ von einer Nische zum Mainstream. In Europa konnte sich vor allem Deutschland durch ein frühes Bekenntnis zur Energiewende als führende Nation für den Ausbau erneuerbarer Energien entsprechend positionieren. Die Bundesrepublik hat seit Beginn der Energiewende technologisch, regulatorisch und politisch weltweit eine Vorreiterrolle übernommen. Die Zahlen und Fakten können sich sehen lassen. Laut einer von der Bundesregierung veröffentlichten Bilanz für das Jahr 2015 (Quelle: bundesregierung.de) bringt das „Umschalten auf Zukunft“ Beschäftigung für derzeit über 371.000 Menschen in Deutschland. Allein 261.500 Arbeitsplätze lassen sich auf die Umsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zurückführen. Aber auch sonst profitiert die Wirtschaft. 2014 flossen insgesamt 18,8 Milliarden Euro in Investitionen in Erneuerbare-Energie-Anlagen. Rund 44 Milliarden Euro wurden in die Gebäudesanierung investiert. Bereits heute stammt rund ein Viertel des Stroms aus Wind, Sonne, Biomasse oder Wasser. In Deutschland konnten 148 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden, wovon allein 90 Millionen Tonnen auf EEG-vergüteten Strom entfallen.

Erneuerbare Energien sind nicht übersubventioniert und stehen deshalb herkömmlichen Erzeugungsmethoden in nichts nach

Die grundlegenden Weichen für eine erfolgreiche Energiewende wurden in Deutschland bereits mit der Einführung des Stromeinspeisegesetzes im Jahr 1990 gelegt. Nach der initialen Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 wurde dieses nach und nach durch verschiedene Novellen der Lernkurve und dem Wachstum erneuerbarer Energien angepasst. Wenngleich diese fortlaufenden Veränderungen auch temporäre regulatorische Unsicherheiten mit sich brachten, konnte dennoch relativ konstant ein stabiles Rahmenwerk für Investoren geschaffen werden. Mit der EEG-Reform 2016 wird nun ein weiterer Schritt getan, um die Förderung erneuerbarer Energien kompetitiver zu gestalten und einen entsprechenden Marktmechanismus zu etablieren.
Ähnlich wie in den meisten anderen globalen Märkten spiegelt sich die Förderung erneuerbarer Energien auch in Deutschland durch eine entsprechende Umlage auf der Stromrechnung des Endverbrauchers nieder. Kritikern der Umlage kann entgegengehalten werden, dass auch konventionelle Energieträger viel mehr kosten, als auf der Stromrechnung steht. So profitieren z. B. Atom und Kohle von erheblichen Steuervergünstigungen und Finanzhilfen. Zusätzlich müssen auch die Folgekosten von Umweltschäden in Betracht gezogen werden. Diese Kosten resultieren zwar nicht in einer Umlage, werden aber trotzdem durch Steuern und Abgaben vom Verbraucher letztendlich beglichen. Die EEG-Umlage weist ökonomisch kurz-, mittel- und langfristig eine bessere Bilanz auf, wenn man alle Neben- und Folgekosten mit einrechnet.

Investitionen in „Real Assets“ treiben den Wandel und sind die essenzielle Voraussetzung für die Energiewende

Der Ausbau alternativer Energien ist mit einem entsprechenden Abbau herkömmlicher Energien verbunden. Der Energiesektor unterliegt einem Transformationsprozess, der politisch gewollt ist, gesetzlich gefördert wird und eine wachsende Dynamik gewinnt. Die Versorgungsunternehmen müssen diesem Trend folgen, wenn sie auch in Zukunft weiterhin profitabel wirtschaften und überleben wollen. Der Umbau erfordert Investitionen, wobei sich für Investoren in „grüne Energien“ viele und nachhaltige Möglichkeiten bieten. Das EEG in Deutschland bzw. andere vergleichbare Regelungen in anderen Teilen Europas sorgen langfristig für ein stabiles Rahmenwerk und weitestgehend unkorrelierte Investitionsmöglichkeiten. Eine Trendumkehr ist nicht zu erwarten, eher wird sich das Umfeld für Investoren in alternative Energieträger dank des Prinzips „Nische wird Mainstream“ weiter verbessern. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit.

Autor:
Christian Banzer
Investment Manager