„Prime Capital – Next Generation“ (März 2019)

Seit dem Interview mit Wolfgang Stolz, CEO und Gründer von Prime Capital zum 10-jährigen Jubiläum vor drei Jahren, hat sich Prime Capital rasant entwickelt und die Assets under Management auf aktuell über 14,7 Mrd. Euro erhöht. Zeit für ein Update – dieses Mal mit CEO Wolfgang Stolz, Vorstand Andreas Kalusche und Werner Humpert, Business Head Access Solutions.

Herr Stolz, seit ihrem letzten Interview 2016 ist es gelungen, die Assets under Management bei Prime Capital um über 165% Prozent von EUR 5,6 Mrd. auf insgesamt EUR 14,7 Mrd. zu steigern. Was sind die Ursachen dieser Erfolgsgeschichte?

Wolfgang Stolz: Wir hatten mit Prime Capital von Anfang an eine klare Strategie, die unsere Kunden überzeugt hat. Wir wollten Alternative Investments für deutsche und europäische Investoren zugänglich machen und dabei sowohl eine Rolle in der Manager-Selektion als auch als Asset-Manager übernehmen. Zudem wollten wir den Investoren die entsprechenden Zugangswege anbieten. All dies haben wir in einem institutionalisiertem Set-Up aufgebaut. Dass dies so erfolgreich umgesetzt wurde und darüber hinaus noch um mehrere innovative Geschäftsbereiche erweitert wurde, ist der Erfolg hervorragender Teams. Die besondere Dynamik dieser Entwicklung, auch begünstigt durch die Zins- und Kapitalmärkte, war natürlich nicht von Beginn an absehbar, freut uns dafür aber umso mehr.

Andreas Kalusche: Die Teams waren immer offen für neue Ideen und Produkte. Erfahrene und junge Kollegen haben sich stets gegenseitig bei der Entwicklung der neuen Geschäftsbereiche unterstützt und – trotz aller Lockerheit am Arbeitsplatz – sehr hart gearbeitet. Nur so haben wir es geschafft, das Unternehmen so schnell und erfolgreich im Markt für alternative Anlagen zu etablieren.

Wie hat sich Prime Capital als Firma dadurch verändert?

Wolfgang Stolz: Massiv. Es war von Anfang an unser Plan, die Entwicklung und das Wachstum von Prime Capital nachhaltig auf eine solide und breite Basis stellen wollten. Das geht nur, wenn man sich intelligent diversifiziert. Nicht nur, was die Angebotsbreite betrifft, sondern natürlich auch personell.

Werner Humpert: Wir haben heute mehrere große Teams mit vielen unterschiedlichen Kompetenzen für alternative Anlagen. Diese Investments sind angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen stark gefragt, sind heute sozusagen das „new normal“. Davon profitieren wir heute: Unsere Expertise, unsere Erfahrungen und unsere Fähigkeiten, Anlagelösungen für spezielle und komplexe Anforderungen zu erarbeiten, werden von unseren Kunden sehr geschätzt.

Hat sich die Positionierung von Prime Capital im Markt verändert?

Andreas Kalusche: Ja sicher. Prime Capital wird nun nicht mehr nur als Hedgefonds-Spezialist wahrgenommen, sondern als breit aufgestellter Asset Manager und Finanzdienstleister mit den fünf Business Units Absolute Return, Private Debt, Infrastruktur, Outsourced Asset-Management und Access Solutions. Allerdings kennt noch nicht jeder Kunde unserer Business Units alle unsere unterschiedlichen Kompetenzen. Zudem haben wir erheblich in die Verbreiterung unserer Kundenbasis investiert, sowohl in Deutschland und der Schweiz als auch in unseren europäischen Kernmärkten, selektiv auch in Übersee-Märkten. Wir arbeiten daran, unsere Diversifikation weiter zu erhöhen.

Welche Herausforderungen haben sich durch das rasante Wachstum ergeben? Wie gehen Sie damit um?

Werner Humpert: Mit dem Wachstum, von einer Boutique mit einem Thema zu einem Asset Manager mit fünf verschiedenen Geschäftsbereichen, waren natürlich auch einige Herausforderungen verbunden. Das starke Wachstum basiert einerseits auf der starken Fokussierung der jeweiligen Mitarbeiter auf ihre Bereiche. Anderseits war das Wachstum nur durch die enge Zusammenarbeit aller Ressourcen der Firma möglich. Diese beiden Perspektiven stimmen wir nun u.a. in einem neuen Führungsgremium Business Head Committee ab, in dem sowohl alle fünf Business Units vertreten sind, als auch der Vorstand. Das entspricht dem „One Firm“-Gedanken, der Prime Capital stark gemacht hat und der uns hilft, von den Erfahrungen aller Kolleginnen und Kollegen zu profitieren.

Andreas Kalusche: Wir haben auch die interne Kommunikation neu aufgestellt und sukzessive deutlich verbessert. Es ist uns wichtig, dass alle Mitarbeiter auch geschäftsbereichsübergreifend schnell und umfassend informiert werden. Mit über 85 Mitarbeitern an mehreren Standorten haben wir eine Größe erreicht, bei der man sich nicht mehr mal so eben im Vorbeigehen auf dem Flur austauschen kann. Jetzt haben wir regelmäßige Meetings und Informationstools installiert. „One Firm“ bedeutet auch, dass alle schnell auf den gleichen Wissenstand kommen, um Informationen effektiv zu nutzen.

Mitarbeiter ist ein gutes Stichwort: Hat sich die ursprüngliche Unternehmensphilosophie mit dem Wachstum verändert?

Wolfgang Stolz: Ich sehe Prime Capital nach wie vor als ein dynamisches unternehmerisches Erfolgsprojekt. Wobei das Unternehmertum nie nur auf eine oder einige wenige Personen beschränkt war. Unser Erfolg beruht auf dem unternehmerischen und damit auch ökonomischen Verhalten einer Vielzahl unserer Mitarbeiter. Zahlreiche Kollegen haben den Freiraum, den Prime Capital seinen Mitarbeitern bietet, effektiv genutzt und ihre Projekte mit großem Erfolg umgesetzt. Dadurch sind neue erfolgreiche Geschäftsbereiche entstanden. Das Fundament für diesen Erfolg wird auch weiterhin in der „One Firm“-Philosophie liegen: Der Zusammenarbeit und der Synergien innerhalb von Prime Capital. Ohne die übergreifenden Erfahrungen der Kollegen in Operations, Risk, IT, Finance und Legal, und ohne den Wissenstransfers zwischen den Geschäftseinheiten, wäre dieses Wachstum nicht möglich gewesen.

Andreas Kalusche: Das Wachstum und die Möglichkeit, hier unternehmerisch mitzuwirken, ist für viele Spezialisten und High-Potentials äußerst attraktiv. Es ist uns wichtig, unseren Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und damit Potentiale zu heben. Die Attraktivität von Prime Capital zeigt sich auch bei den aktuellen Bewerbern und Neueinstellungen: Wir stehen klar im Wettbewerb mit den großen Namen der Finanzbranche. Mittlerweile hat sich unsere Erfolgsstory aber so weit herumgesprochen, dass wir keine Schwierigkeiten haben, hochqualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren.

Ist das schon ein Schritt in die Richtung des „Unternehmens für die nächste Generation“, von dem Wolfgang Stolz 2016 gesprochen hat?

Wolfgang Stolz: Auf jeden Fall. Das zeigt sich auch an der Tatsache, dass wir die Führungsebenen sowohl mit Dr. Manfred Beinhauer – einem erfahrenen COO/CRO, den wir hinzugewinnen konnten – als auch mit jüngeren Führungskräften aus dem eigenen Hause erweitert haben. Zusätzlich werden die Business Unit Heads mehr und mehr in Entscheidungen eingebunden. Dies sind wichtige Schritte für den Generationswechsel, den wir weiter gehen werden. Und klare Zeichen an unsere Teams, welche Karrieremöglichkeiten Prime Capital bietet. Ein weiteres Thema, an dem wir arbeiten, ist die langfristige Bindung unserer Core-Mitarbeiter.

Werner Humpert: Die Etablierung des Business Head Committees war ein wichtiger Schritt, um Verantwortung und Kompetenzen im Unternehmen breiter zu verankern. Wir mussten unsere bisherige erfolgreiche Aufstellung an unsere rasante Entwicklung anpassen. Insofern war die neue Aufstellung überfällig.

Wohin wird sich Prime Capital in Zukunft weiterentwickeln?

Andreas Kalusche: Wir haben Prime Capital zu einem breit aufgestellten Asset Manager und Finanzdienstleister gemacht. Mit deutschen Wurzeln, aber mittlerweile auch mit einer erheblichen internationalen Reichweite. Und das Wichtigste: Wir haben gemeinsame Erfahrungen darin, dieses Wachstum zu schaffen und erfolgreich neue Produkte und Geschäftsbereiche zu etablieren. Dies werden wir auch künftig dafür nutzen, unsere Plattform weiterzuentwickeln. Wir fühlen uns mit unseren aktuellen fünf Geschäftsbereichen breit genug und diversifiziert aufgestellt – auf deren Weiterentwicklung wollen wir uns zunächst fokussieren. Das macht uns auch für die Zukunft sehr optimistisch.

Print