„Die Lernkurve ist steil“

Was macht Prime Capital für Talente aus anderen Kulturen interessant? Welche Anforderungen werden an Neulinge gestellt, welche weiteren Perspektiven bekommen sie? Erfahren Sie mehr in unserem Interview mit Saâdeddine Yahia, Investment Analyst im Frankfurter Headquarter.

Herr Yahia, worauf freuen Sie sich morgens auf Ihrem Weg zur Arbeit?

Dass ich wieder etwas Neues lernen werde. Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich, sprachlich, kulturell. Mir stehen hier wortwörtlich alle Türen offen. Ich kann zu allen Kollegen ins Büro gehen und mich mit ihnen über wichtige Angelegenheiten austauschen. Das gilt auch für die Senior Manager im Haus. Die Unternehmenskultur ist wirklich anders als das, was ich in Frankreich oder China kennengelernt habe. Leute in führenden Positionen verhalten sich hier ganz normal, kollegial, ohne etwas von ihrer natürlichen Autorität einzubüßen. Normalerweise erwartet man so etwas eher in einer angelsächsischen Firma, nicht in einer deutschen.

Wie sind sie auf die Idee gekommen, in Deutschland zu arbeiten?

Eine gute Frage. Schließlich bin ich in Marokko geboren und aufgewachsen und habe in Frankreich studiert. Nach meinem Abschluss in Finanzwissenschaften an der École de Management de Lyon habe ich erste Berufserfahrungen bei PwC und im China-Headquarter eines großen französischen Versicherungsunternehmens sammeln können. Über einen Kontakt wurde ich auf Prime Capital aufmerksam gemacht. Ich hatte mich schon während meines Studiums sehr stark für Alternative Investments und Hedgefonds interessiert. Und so habe ich mich 2012 in Frankfurt beworben, wurde angenommen und fing zunächst als Praktikant hier an. Was mich von Anfang an erstaunt und begeistert hat: Anders als zum Beispiel in vielen französischen Unternehmen wird man als Praktikant nicht einfach nur als Praktikant behandelt. Man bekommt sofort den Ball zugespielt und darf als Mitglied der Mannschaft richtig mitspielen. Ich habe nur gedacht: Wow! – Und meine Chance ergriffen.

Welche Unterstützung haben Sie bekommen beziehungsweise bekommen Sie?

Mein erster Kontakt bei Prime Capital in Frankfurt war Vincent Weber, Head of Research. Er hat gemerkt, dass ich wirklich hungrig bin, zu lernen und mich weiterzuentwickeln. So wurde er mein Mentor. Meine Lernkurve war hier von Anfang an steil. Auch heute noch, als Analyst und Vollzeitkollege, kann ich mich in vielen Fragen an ihn wenden – und er gibt mir gerne und bereitwillig sehr wertvolle Antworten und Tipps. Überhaupt herrscht hier ein innovativer, multikultureller Can-Do-Spirit, der in vieler Hinsicht etwas Angelsächsisches hat. Trotz aller Lockerheit gibt es aber auch Regeln, die aber eher eine Richtlinie als ein starres Korsett sind. Man genießt eine ‚angeleitete Autonomie‘. Vieles liegt in meinem eigenen Ermessen. Wenn ich eine Software, ein Training oder irgendetwas für meine Arbeit benötige, ist das kein Problem und einfach zu arrangieren. Was ich als eher ‚deutsch‘ empfinde, ist die Konzentriertheit, mit der hier gearbeitet wird. Auf den Gängen und in den Büros herrscht, bei aller Offenheit, keine Hektik oder laute Geschäftigkeit. Manchmal erinnert mich die Atmosphäre an eine Unibibliothek.

Was sind Ihre Aufgaben als Analyst?

Meine Aufgaben in unserem Analystenteam umfassen ein großes Spektrum vielfältiger Verantwortungsbereiche. So bin ich in den Top-down- und Bottom-up-Prozess der Managerauswahl für unsere Plattformen und Lösungen stark eingebunden. Ich führe Investmentresearch sowie quantitative und qualitative Analysen durch. Dazu reise ich regelmäßig nach London, in die USA oder empfange Assetmanager in Frankfurt. Weitere Aufgaben sind das Anfertigen von Marktberichten, die laufende Durchführung von Monitorings bestehender Investments, das Verfassen von Marketingmaterialien oder die Organisation von Roadshows. Bei einer solchen Fülle verschiedener Tätigkeiten ist es kein Wunder, dass jeder Tag anders verläuft. Ich bin in sehr viele laufende Projekte involviert und muss mich intensiv mit meinen Kollegen austauschen.

Sie haben noch nie vorher in Deutschland gelebt und gearbeitet. Was fällt Ihnen hier besonders auf? Woran müssen Sie sich eventuell noch gewöhnen?

Wie gesagt, das Arbeitsumfeld hier ist sehr multikulturell. Ich habe Kollegen aus allen möglichen Gegenden der Welt und die meiste Zeit wird sowieso Englisch gesprochen. Dennoch bekomme ich natürlich Deutschkurse und nutze jede Gelegenheit, um hier meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich höre zu und lese nach, so dass es jeden Tag ein wenig besser wird. Was mich wirklich positiv überrascht hat, ist, dass man bei Prime Capital in puncto Weiterbildung auf mich zukommt und mich daran erinnert, dass ich weitere Trainings erhalten kann. Das kannte ich so nicht. Woanders musste ich, wenn ich eine Weiterbildungsmaßnahme suchte, mich selbst darum bemühen. Überhaupt wird hier sehr viel Wert auf Wissen und Bildung gelegt, was mir entgegenkommt. Ich freue mich, wenn ich merke, dass ich mich jeden Tag weiterentwickelt habe.

Welche Rolle spielen Technologien bei Ihrer Arbeit und persönlichen Entwicklung?

Eine sehr wichtige. Ich bin überhaupt sehr an Technologien und Innovationen interessiert und lese hierzu sehr viel in Büchern und im Internet. Für die Kommunikation mit meinen Kollegen und Kunden sowie die Interaktion mit den Märkten habe ich hier alles zur Verfügung, was ich brauche. Ich bin immer auf dem neuesten Stand. Wie gesagt, wenn ich noch etwas zusätzlich in dieser Beziehung benötige, kann ich es einfach, schnell und unbürokratisch arrangieren, natürlich unter Beachtung der geforderten und angemessenen Sicherheits- und Compliance-Standards.

Wie wird sich der Bereich der Alternative Investments in der Zukunft entwickeln?

Die Veränderungsprozesse gehen schnell vor sich und beschleunigen sich in immer rapideren Zyklen. Eine zu weitgehende Zukunftsprognose aus dem Stand heraus ist nicht einfach. Ganz allgemein sehen wir einen Trend in Richtung Alternative Investments. Alternative Investments und Hedgefonds werden an Bedeutung zunehmen, für die Diversifikation von Investments immer wichtiger und für die Renditeerzielung in einem Niedrigzinsumfeld unerlässlich werden. Auch wenn sich das Zinsumfeld ändern würde, können hier gute Renditen erwirtschaftet werden. Alternative Investitionsmöglichkeiten finden immer mehr Akzeptanz bei den Entscheidungsträgern auf der Investorenseite. Besonders wenn, wie bei uns, die Risiken gut, sicher und transparent gemanagt werden. Technologische Innovationen können uns hier wertvolle Hilfe leisten.

Was möchten Sie persönlich erreichen?

Ich möchte mit der Firma wachsen. Als Sportenthusiast liebe ich das Gefühl, immer besser und mit den Aufgaben und Herausforderungen größer zu werden. In einem kontinuierlich wachsenden Unternehmen wie Prime Capital ist das möglich. Ich bin näher am Geschehen und in alles involviert. Darüber hinaus möchte ich mich als Persönlichkeit weiterentwickeln. Das bedeutet für mich, neue Sprachen wie Deutsch zu lernen und andere Standpunkte kennen- und verstehen zu lernen. Auch hierfür ist eine multikulturelle Firma wie Prime Capital mit verschiedenen europäischen Standorten ein sehr gutes Umfeld. Ich freue mich jeden Tag auf morgen. Gerade wenn ich am Tag vorher richtig gefordert wurde. Was gibt es Schöneres?

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